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08.08.2011

Straubing-Bogen zählt zu den führenden Kunststoff-Regionen

 

Die Kunststoffindustrie gehört zu den Wachstumsbranchen der deutschen Wirtschaft. 2008 ermittelte das Forschungsinstitut für Regional- und Clustermanagement 200 deutsche Kompetenzstandorte für die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren, an denen jeweils gleich mehrere Unternehmen der Branche vor Ort tätig sind und die positiven Effekte dieser Clusterbildung für ihre Entwicklung und die Entwicklung der Region nutzen können.

Der Landkreis Straubing-Bogen, in dem auch die H. Hiendl GmbH & Co. KG ansässig ist, gehört nicht nur zu diesen Kompetenzstandorten, sondern belegt im nationalen Vergleich sogar den dritten Platz, wenn es um die Konzentration der Beschäftigten im Kunststoffbereich geht. Dies bedeutet, dass Straubing-Bogen von einem hohen Grad der Spezialisierung in Richtung Kunststoffindustrie geprägt ist, was den ansässigen Unternehmen deutliche Vorteile bringen kann.

Helmut Hiendl, der Geschäftsführer der H. Hiendl GmbH & Co. KG in Bogen-Furth zur Zukunft der Kunststoffindustrie:

Welche Herausforderungen sehen Sie mittelfristig auf die Kunststoff-Industrie zukommen?
Helmut Hiendl: Die große Verschiebung zeichnet sich auf der Rohstoffseite ab. Die Kunststoffindustrie basiert heute immer noch fast vollständig auf fossilen Rohstoffen. Diese einseitige Ausrichtung auf Erdöl ist mittelfristig hoch problematisch. Die Rohölpreise werden, allen Schwankungen zum Trotz, in der kommenden Dekade wieder steil ansteigen. Dadurch wird mit Sicherheit ein plötzlich einseitiger immenser Druck zur kurzfristigen Einführung alternativer Konzepte entstehen. Das wird sehr kostspielig werden. Zugleich wird sehr wahrscheinlich die Preisakzeptanz für konventionelle Kunststoffe bei Standard-Anwendungen einbrechen.

Gibt es Alternativen?
Helmut Hiendl: Die Kunststoffindustrie wird einen intelligenten Rohstoffmix einsetzen müssen, in dem nachwachsende Rohstoffe eine zunehmende Bedeutung haben werden. Ohne Verbreiterung der Rohstoffbasis drohen unserer Branche große Schwierigkeiten.

Befindet sich die Kunststoffindustrie in einer Sackgasse?
Keineswegs. Ich warne nur vor Einseitigkeit. Wer heute in den nötigen Wandel einsteigt und den flexiblen Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen aufnimmt, kann sich einen sanften, wirtschaftlich gut beherrschbaren Übergang sichern. Man kann sich neue Erfolgspotenziale erschließen, vielleicht sogar einen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern erlangen.

Welche Chancen bietet die Zukunft?
Spannend am Einsatz nachwachsenden Fasermaterials ist, dass man nicht einfach einen Rohstoff gegen einen anderen austauscht und alles andere läuft wie bisher. Composite-Werkstoffe auf Naturfaserbasis erlauben durch die Variablen Fasermaterial, Mengenverhältnisse und Verfahrenstechnik die Erzeugung von Materialien mit extrem unterschiedlichen Eigenschaften. Wir haben diese Möglichkeiten systematisch untersucht, zunächst in unserem Technikum und inzwischen auch in unserer Produktionsanlage, und erzielen beeindruckende Ergebnisse. Wir sind überzeugt davon: Hier tut sich ein neuer Markt auf, der für unsere Kunden sehr wichtig werden wird. Diese Werkstoffe besitzen hervorragende Steifigkeits- und Festigkeitswerte zu günstigen Kosten. Die innovationsorientierten Unternehmen der verschiedensten Branchen werden daraus neue Produkte ableiten, die den Markt verändern und eine neue Wachstumsdynamik einleiten werden. Die Entwicklung dahin hat schon begonnen. Und sie beschleunigt sich offenbar.

Eine letzte Frage: Wie stehen Sie zum Standort Straubing-Bogen?
Die Region Straubing ist nicht nur im Kunststoffbereich an dritter Stelle in Deutschland, wir sind hier auch die "Region der nachwachsenden Rohstoffe". Für den Weg, den wir eingeschlagen haben, ist das die optimale Kombination für eine erfolgreiche Zukunft hier am Standort Bogen-Furth. Die Antwort ist also eindeutig: Wir sind hier, bleiben hier und werden auch in Zukunft hier produzieren.


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