Glossar

Das nachfolgende Glossar wurde in Zusammenarbeit mit dem IPT Wismar erstellt.

Es wurden folgende Quellen benutzt:

Dominighaus, Kunststoffe, Springer-Verlag 2007; Saechtling, Kunststoff-Taschenbuch, Hanser Fachbuch 2007; Kremer/Hahn, Einfärben von Kunststoffen, Vogel Fachbuch 2001; de.wikipedia.org




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Abzug

Der Abzug zieht das Profil durch die Kalibrierung.

Die Raupen können als Riemen oder als Ketten mit auswechselbaren Stollen ausgestattet sein.

Additiv

Additive dienen dazu Polymere in Hinblick auf die zu erwartende Beanspruchung oder Verarbeitung zu optimieren.

Üblich sind Treibmittel, Gleitmittel, Pigmente, UV-Stabilisatoren, Nukleierungsadditive, Flammschutzzusätze.

Anguß

Das Angußsystem verbindet die Düse der Spritzgießeinheit mit der Kavität. Es kann als Kalt-kanal oder Heißkanal ausgeführt sein. Das im Kaltkanal enthaltene Material wird als der „Anguß" bezeichnet. Der Übergang zwischen Anguß und Artikel ist meist in Form einer Angußmarkierung sichtbar. Diverse übliche Ausführungen sind Punkt-, Film-, Schirm Anguß. Bei Kaltkanal-Angußsystemen entsteht Abfall-Material, das wieder recycelt werden kann. Heißkanalsysteme sind teurer. Sie arbeiten ohne Abfall.

Anisotropie

Kunststoffe weisen aufgrund von Ausrichtungseffekten (besonders bei faserverstärkten Werkstoffen),

unterschiedliche Eigenschaften auf, je nachdem ob in oder senkrecht zur Fließrichtung gemessen wird.

Auswerfer

Auswerfer heben das abgekühlte Formteil aus der Kavität. Sie werden  von der Auswerferplatte betätigt.

Man unterscheidet Rund-, Flach, Hülsen und Auswerfer mit Sonderkonturen.

Biege-E-Modul
Der Biege-Elastizitäts-Modul ist als Steigung des Graphen im Spannungs-Dehnungs-Diagramm bei einachsiger Belastung innerhalb des linearen Elastizitätsbereichs definiert. Dieser lineare Bereich wird auch Hookesche Gerade bezeichnet.



 
 Quelle : http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/0/0c/Diagramm-mit-streckgrenze.png




Biegefestigkeit

Die Biegefestigkeit in der technischen Mechanik ist ein Wert für eine Biegespannung in einem auf Biegung beanspruchten Bauteil, bei dessen Überschreiten das Versagen durch Bruch des Bauteils eintritt.

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* Quelle : http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/4/45/Kragtraeger.png

  
Biologisch abbaubare Kunststoffe

Es handelt sich dabei um Kunststoffe, die von Mikroorganismen (Bakterien oder Pilzen) in Wasser,

Kohlendioxid (CO2) und Biomasse zersetzt werden. Es ist wichtig festzuhalten,

dass biologisch abbaubare Kunststoffe nicht notwendiger Weise aus Biomaterialien (z.B. Pflanzen) bestehen.

Einige biologisch abbaubare Kunststoffe werden wie konventionelle  Kunststoffe aus Öl erzeugt.

Biowerkstoffe

Als Biowerkstoff bezeichnet man Werkstoffe, die vollständig oder zu relevanten Anteilen

auf nachwachsenden Rohstoffen (Naturstoffe oder Holz) basieren.

Dabei werden als Rohstoffe vor allem Zucker, Stärke, Pflanzenöle, Cellulose und

spezielle Biopolymere wie Lignin und Kautschuk verstanden. Zu den Biowerkstoffen gehören

traditionelle Werkstoffe wie Span- und Tischlerplatten sowie neuartige Materialien wie Biokunststoffe,

Naturfaserverstärkte Kunststoffe und Wood-Plastic-Composites mit biogenen Anteilen von über 20% am Endmaterial.

CAD

Computer Aided Design (CAD) steht für rechnerunterstützte Konstruktion und steht für das Erstellen von Konstruktionsunterlagen für mechanische, elektrische oder elektronische Erzeugnisse mit Hilfe von spezieller Software, zum Beispiel im Anlagenbau, Maschinenbau, Autobau, Flugzeugbau, Schiffbau, in der Zahnmedizin und auch in der Architektur, im Bauwesen sowie im Modedesign.

CAM
Computer Aided Manufacturing (CAM) steht für rechnerunterstützte Fertigung. CAM bezieht sich dabei auf die direkte Steuerung von Produktionsanlagen sowie der unterstützenden Transport- und Lagersysteme.
CO2-Bilanz

Die CO2-Bilanz soll ein Maß für die nachhaltige, ökologisch-langfristige Betrachtung der Menge des Treibhausgases Kohlendioxid CO2 bieten. Die Bilanz wäre dann ausgeglichen wenn z.B. beim Wachsen von Bäumen wieder genauso viel CO2 gebunden wird, wie bei der Verbrennung von Holz frei wird.

Compound/Compoundieren

Als Compound bezeichnet man Werkstoffmischungen aus einem oder mehreren polymeren Kunststoffen mit Füllstoffen oder Zuschlagsstoffen. Oft werden Polymere mit Farben, Verarbeitungshilfen, Fasern und anderen Füllstoffen durch Extrudieren compoundiert.

Degradation
Degradation bezeichnet in der allgemeinen Chemie den Stoffabbau bzw. die Zerlegung von Verbindungen, bei Polymerisation die Zerstörung von Materialeigenschaften bei Duroplasten durch zu hohe Temperaturen.
DIN 16 901
Diese Norm befasst sich mit Maßabweichungen bei der Herstellung von Produkten aus Kunststoffen durch Urformen. Sie berücksichtigt die Einflußgrößen Werkstoff, Prozeß, Maschine und Werkzeug. Beim Einflußfaktor Werkstoff spielt die Verarbeitungsschwindung eine erhebliche Rolle. Sie ist von Werkstoff zu Werkstoff verschieden. So weisen manche kristallinen Werkstoffe eine enorme Schwindung auf, die teilweise schwierig exakt vorher zu bestimmen ist. Teile aus diesen Werkstoffen werden daher üblicherweise mit größeren Toleranzen versehen als Teile aus Werkstoffen mit niedriger Schwindung. Werkstoffe mit niedriger Schwindung sind meist amorph bzw. weisen einen höheren Verstärkungs- bzw. Füllgrad auf. Die unterschiedlichen Genauigkeiten werden in den Toleranzgruppen der DIN 16 901 ausgedrückt. Die relativ grobe Toleranzgruppe 160 ist für stark schwindende Werkstoffe (z.B. PE, Teile mit Wandstärke > 4mm) gedacht. Die Toleranzgruppe 130 ist genauer und für amorphe Werkstoffe wie z.B. ABS oder verstärkte kristalline Werkstoffe ausgelegt. Die Toleranzen werden in Tabellen dargestellt. Daneben werden in der DIN 16 901 Werkzeugtoleranzen berücksichtigt. Man unterscheidet zwischen „werkzeuggebundenen Maßen“ und „nicht werkzeuggebundenen Maßen“. „Nicht werkzeuggebundene Maße“ beziehen sich auf Geometrien, die durch das Zusammenspiel von beweglichen Werkzeugteilen entstehen. Beispielsweise übergreifende Maße bei denen ein Teil des Artikels in der Düsenseite und ein anderer in der Auswerferseite des Spritzgießwerkzeuges geformt wird. Die DIN 16 901 nimmt dafür Kennzeichnung den Kennbuchstaben „B“. Werkzeuggebundene Maße werden mit dem Kennbuchstaben „A“ gekennzeichnet.
DIN 16 941
Sie befasst sich mit den erzielbaren Genauigkeiten beim Extrudieren. Die fertigungsbedingten Maßabweichungen werden in der DIN 16941 in drei Toleranzreihen (2, 3 und 4) und in zwei Werkstoffklassen A und B niedergelegt. B gilt für flexible Werkstoffe, A für steife Werkstoffe.
DIN 7168 und DIN ISO 2768
Diese Normen befassen sich mit Allgemeintoleranzen für Längen und Winkel und für die „werkstattübliche Genauigkeit“. Es werden vier Genauigkeitsklassen von „fein“ bis „sehr grob“ definiert. Die Genauigkeitsklassen wurden so definiert, dass sie der Praxis in der Bearbeitung von Werkstücken, beispielsweise durch Zerspanen oder Fügen, gerecht werden. Für Kunststoffteile, die in einem Urformverfahren hergestellt werden, sind diese Toleranzen ungeeignet. Die zugrundeliegenden Problematiken bei diesen Urformverfahren (z.B. werkstoffbedingte Schwindungstoleranzen, Prozeß- und Werkzeugtoleranzen) werden hier nicht entsprechend gewürdigt. Für Toleranzen in der Kunststofftechnik gibt es deshalb spezielle Normen wie z.B. die DIN 16 901 (Spritzgießen) und die DIN 16 941 (Extrusion).
Drahterodieren

Beim Drahterodieren stellt ein kontinuierlich zugeführter Draht die eine Elektrode und das Werkstück die zweite Elektrode dar. Mittels Elektroerosion wird in das Werkstück die gewünschte Form "geschnitten". Auf diese Weise können sehr komplexe, in erster Linie nur zweidimensionale Formen aus allen elektrisch leitenden Werkstoffen hergestellt werden.

Düse

Eine Düse ist eine röhrenförmige technische Vorrichtung. Diese kann auf ihrer gesamten Länge den gleichen Flächeninhalt haben, sich erweitern, verjüngen oder weitere komplexe Formen aufweisen. Durch eine Düse kann eine feste oder zähflüssige Masse geformt werden.

Einfallstellen

Bei groß dimensionierten Formteilen mit großen Wanddicken und Wanddickensprüngen stößt der Spritzguss oft an seine Grenzen. Probleme, die auftreten, sind unter anderem Einfallstellen. Zwar kann der Konstrukteur beispielsweise Einfallstellen mit Verstärkungsrippen verhindern, doch verkompliziert sich dadurch die Bauteilgeometrie, was hohe Werkzeugkosten zur Folge hat.

Einsatz

Einsätze sind Bestandteile eines Werkzeuges die getauscht werden können, wie zum Beispiel Beschriftungseinsätze, Kerne oder auch ganze Formnester. Sie ermöglichen eine kostengünstige Alternative unterschiedliche Teile zu produzieren ohne ein komplett neues Werkzeug aufbauen zu müssen.

Elektrode

Eine Elektrode ist ein elektrisch leitendes Teil in einem elektrischen oder elektronischen Bauteil oder Bauelement, das einen Übergang vom leitergebundenen Strom in ein anderes Medium übernimmt. So beispielsweise in elektronischen Bauelementen wie Dioden, Transistoren, Leucht-, Elektronen- und Kathodenstrahlröhren und auch bei der elektrochemischen Umsetzung in Batterien und Akkus. Elektroden dienen der Erzeugung, Steuerung und Sammlung von Elektronen.

Entformungsschrägen

Entformungsschrägen dienen zum Verringern der Entformungskräfte bei großwandigen Spritzgussteilen mit z.B. hoher Oberflächenrauhigkeit. Entformungsschrägen weisen eine trapezförmige Öffnung von etwa 1° in Entformungsrichtung auf.

Erstmusterprüfbericht (= EMP)

Der Erstmusterprüfbericht beinhaltet ein Datenblatt, welches Aussagen über die Fertigungsbedingungen des Produktes gibt. Bezug zu den festgelegten Soll-Parametern finden hier die tatsächlich erfassten Ist-Parameter. Der Bericht bietet somit frühzeitig die Möglichkeit Fehler bzw. Unstimmigkeiten, während der Produktion, vorzubeugen.

Extraktstoffe

Extraktstoffe sind Stoffe, die sich durch Extraktion aus Pflanzengeweben herauslösen lassen und nicht zu den Strukturelementen der Zellwand gehören. Zu den Extraktstoffen gehören die Gerbstoffe, Harze, Farbstoffe sowie die im Kernholz von Bäumen enthaltenen Kernstoffe. Heute spielt noch die Gewinnung von Harzen, Terpentinöl, Kautschuk und Gerbstoffen eine wirtschaftliche Rolle.

Extrusion/Extruder

Extruder sind Fördergeräte, die nach dem Funktionsprinzip des Schneckenförderers feste bis dickflüssige Massen unter hohem Druck und hoher Temperatur gleichmäßig aus einer formgebenden Öffnung herauspressen. Dieses Verfahren wird als Extrusion bezeichnet. Es gibt Extruder mit einer, zwei oder mehreren Schneckenwellen. Bei den Extrudern mit zwei Schnecken unterscheidet man den gleichläufigen und den gegenläufigen Doppelschneckenextruder. Beim gleichläufigen Doppelschneckenextruder rotieren die Schnecken in gleicher Drehrichtung, beim gegenläufigen in entgegen gesetzter Drehrichtung. Die Förderung und der Druckaufbau werden beim Einschnecken- und gleichläufigen Doppelschneckenextruder durch die Friktion der mit der Schnecke rotierenden Masse an der stehenden Gehäusewand (Zylinder) bewirkt - man spricht in diesem Zusammenhang von Friktionsförderung. Die so in der Rotation zurückbleibende Masse wird von den wendelförmigen Schneckengängen zur Auslassdüse geschoben. Beim gegenläufigen Doppelschneckenextruder überwiegt das Prinzip der Zwangsförderung.

Farbe/Farbmessung

Eine Farbe ist eine durch Lichtwellen, Schatten, Oberflächenbeschaffenheit etc. dem menschlichen Auge suggerierte Empfindung und Wahrnehmung. Allgemein gefasst, lässt sich eine Farbe in Farbton, Helligkeit und Sättigung unterscheiden. Für die Farbmessung gibt es mehrere Varianten, die Häufigsten sind:
Die Densitometrie misst eine Farbprobe nacheinander über 3 Farbfilter (Rot-, Grün- und Blau - Filter). Diese sind gleichzusetzen mit der Empfindlichkeit der 3 Zäpfchenarten im Auge. Aus diesem Grund nennt man Densitometer auch Dreibereichs-Meßgeräte.
Die durch die 3 Farbfilter ermittelten Werte sind:
Beim Messwert für ROT: Normfarbwert X
Beim Messwert für GRÜN: Normfarbwert Y
Beim Messwert für BLAU: Normfarbwert Z
Bei der Spektralphotometrie wird die Farbprobe von allen Seiten von 45° beleuchtet. Das von der Probe remittierte Licht wird von einem Umlenkspiegel auf ein Farbprisma gelenkt. Dieses Farbprisma teilt das Licht in sein Farbspektrum auf, welches von einer Reihe von ca. 35 Fotozellen aufgenommen und analysiert wird.

Fertigungstechnik von Schaumstoffen
Als ein Hilfsmittel für die Herstellung von Schaumstoffen kann Treibmittel genannt werden, dessen Eigenschaften variieren ebenso wie die vielfältig hergestellten Produkte. Typische Treibmittel bzw. Treibgase sind; Pentan oder CO2, welche unter anderem bei der Schaumstoffextrusion verwendet werden. Aber auch Heißdampf kann zur Herstellung von Schaumstoffformteilen eingesetzt werden. Dieser fungiert als Vernetzer der einzelnen Komponenten.
Flachs/Flax

Flachs, auch als Gemeiner Lein oder Saat-Lein bekannt, ist eine alte Kulturpflanze, die zur Faser- und zur Ölgewinnung (Leinöl) angebaut wird. Er ist eine Art aus der Gattung Lein (Linum) in der Familie der Leingewächse (Linaceae) und die einzige Lein-Art, deren Anbau eine wirtschaftliche Bedeutung hat.

Flammschutz

Flammschutzmittel sind Zusatzstoffe die vor, während oder nach der Verarbeitung in oder an das Material gebracht werden um eine Entflammbarkeit und Brennbarkeit zu hemmen. Typen sind:
Additive Flammschutzmittel: Die Brandhemmer werden in die brennbaren Stoffe als Zusatzstoffe eingearbeitet
Reaktive Flammschutzmittel: Die Substanzen sind selbst Bestandteil des Materials (siehe auch Polymerisation)
Inhärenter Flammschutz: Das Material selbst ist flammwidrig
Coating: Der Brandhemmer wird von außen als Beschichtung aufgebracht

Fliegende Stanze/Säge

Bei der Fliegenden Stanze/Säge wird ein Schlitten auf Materialgeschwindigkeit auf einem Förderband aufsynchronisiert: Die Säge/Stanze bewegt sich im Schnitt/Stanzbereich mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Warenbahn. Abhängig vom verwendeten Werkzeug lassen sich mit dieser Applikation auch Vorgänge wie Bohren, Prägen etc. realisieren.Fliegende Bearbeitungsvorgänge zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass das Material während der Bearbeitung nicht gestoppt werden muss.

FMEA

FMEA (Failure Mode and Effects Analysis oder auch deutsch: Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse oder kurz Auswirkungsanalyse) ist die analytische Methode der Zuverlässigkeitstechnik, um potenzielle Schwachstellen zu finden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements bzw. Sicherheitsmanagements wird die FMEA zur Fehlervermeidung und Erhöhung der technischen Zuverlässigkeit vorbeugend eingesetzt. FMEA folgt dem Grundgedanken einer vorsorgenden Fehlerverhütung anstelle einer nachsorgenden Fehlererkennung und -korrektur (Fehlerbewältigung) durch frühzeitige Identifikation potenzieller Fehlerursachen bereits in der Entwurfsphase.

Freigabe

Ein Werkzeug kann dann freigegeben werden, wenn die gefertigten Teile unter Einbeziehung vorgegebener Toleranzen dem des gewünschten Musterteils entsprechen. Falls nicht, muss das Werkzeug nachgearbeit werden um in Produktion zugehen.

Füllsimulation

Eine Füllsimulation ist ein probates Mittel um die Artikelgestaltung, die Werkzeugkonstruktion die Materialauswahl und die Prozessführung auf Herz und Nieren zu überprüfen. Durch diese Simulation können Fehler wie Verzug und ungleichmäßige Verteilung der Kunststoffschmelze im Werkzeug schon vor dem Bau vermieden werden.

Füllstoff

Füllstoffe sind Zusatzstoffe (Additive), die das Volumen eines Stoffgemischs erhöhen, meist ohne die wesentlichen Eigenschaften zu ändern. Weltweit werden jährlich über 50 Millionen Tonnen Füllstoffe mit einem Gesamtwert von ca. 25 Milliarden Euro für die verschiedenen Anwendungsgebiete wie Papier, Kunststoffe, Gummi, Farben und Klebstoffe verwendet. Damit zählen Füllstoffe zu den bedeutendsten Rohstoffen überhaupt und sind in einer Vielzahl von Artikeln des täglichen Bedarfs enthalten.

Gebrauchstemperatur/Dauergebrauchstemperatur
Die Dauergebrauchstemperatur ist definiert als die maximale Temperatur bei der Kunststoffe in heißer Luft 10.000 bzw. 20.000 Stunden gelagert werden können und nicht mehr als 50% der Ausgangswerte ihrer typischen Eigenschaftskriterien verlieren dürfen.(Dauer-)Gebrauchstemperatur
Glasfaser (GF-K)

Glasfasern sind lange, dünne Fasern, die aus Glas bestehen. Zur Herstellung von Glasfasern zieht man geschmolzenes Glas zu dünnen Fäden. Glasfasern werden für glasfaserverstärkte Kunststoffe eingesetzt. Diese zählen heute zu den wichtigsten Konstruktionswerkstoffen, sie sind alterungs- und witterungsbeständig, chemisch resistent und nicht brennbar, sie besitzen einen hohen Elastizitätsmodul, der die mechanischen Eigenschaften von Kunststoffen verbessert.

Haftvermittler

Haftvermittler sind Substanzen, die die Haftung zwischen zwei Phasen, z. B. einem Substrat und einer Beschichtung, verbessern.

Halogenfreier Werkstoff

Dank halogenfreier Werkstoffe verhindert man das Entstehen von korrosiven Gasen und giftigen Gasen bei Verbrennung. Bei der Verbrennung von PVC entsteht zum Beispiel Salzsäure.

Hanf

Hanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen(männlicher Hanf als Zierpflanze) der Welt, beide Arten werden vielseitig genutzt: Neben dem Gebrauch als Faserpflanze und Drogenpflanze findet Hanf auch als Heil- und Ölpflanze Verwendung.

Hemizellulose

Hemizellulose ist Bestandteil der Zellwand pflanzlicher Zellen und dient (meist zusammen mit Cellulose) als Stütz- und Gerüstsubstanz. Der auch Polyose genannte Vielfachzucker ist durch verzweigte und vergleichsweise kurze Polymere (DP ~ 50–250) aufgebaut (im Vergleich zu Cellulose). Diese Polymere sind des Weiteren amorph, welches einen weiteren Unterschied zur Cellulose darstellt.

Holz(-faser)

Holzfasern sind die aus Holzhackschnitzeln durch thermisch-mechanische Bearbeitung hergestellten Fasern zur Produktion von Holzfaserdämmplatten. Die Hackschnitzel ihrerseits sind ein 'Abfallprodukt' der Holzbearbeitung in der Sägeindustrie.

Hopfen(-faser)

Fasern der Hopfenreben besitzen neben ihrer ökologischen Herkunft und ihrer hohen Zugfestigkeit auch den Vorteil, dass sie in großen Mengen bereits seit langen Jahren verfügbar sind.

Kabelbrücke
Eine Kabelbrücke, auch „Fußbodenkanal“ oder „Aufbodenkanal“ genannt, ist ein Profil, das lose am Boden liegende Kabel bedeckt, führt und befestigt.
Kabelbündler
Kabelbündler sind spiralförmige Fassungen, die ein oder mehrere Kabel zu einem geordneten Strang zusammen.
Kabelmanagement

Kabelmanagement bezeichnet bei technische Besonderheit, dass Kabel, die in einem System nicht mehr benötigt werden, einfach abgenommen werden können. Ungenutzte Kabel lassen sich bei Bedarf aus dem System entfernen, so dass ein unübersichtliches Kabelgewirr vermieden wird.

Kabelwendel

Kabelwendel fassen lange Kabel zu einem geordneten Strang zusammen. Dieser Strang kann z.B. direkt bis zur Oberkante des Schreibtisches geführt werden, dadurch werden gefährliche Stolperfallen vermieden.

Kalibrierung

Als Kalibrierung wird der Vergleich der mit einem Messgerät ermittelten Werte mit denen einer Referenz oder eines Normals bezeichnet. Dabei wird ermittelt, wie groß die Abweichung zwischen beiden Werten ist oder ob diese Abweichung innerhalb bestimmter Schranken liegt. Die gesetzlich vorgeschriebene Kalibrierung eines Messgerätes ist eine Eichung.

Kavität
Ein Kern und eine Matrize bilden gemeinsam eine Kavität , die beim Spritzguss auszufüllende Hohlform in einem Werkzeug. Die Matrize bildet das Negativ der Außenform. Um die Innenform dieses Teils (einen Hohlraum im Ergebnis) zu bilden wird der Kern benötigt. Der Kern kann entfernt werden, wenn die Form offen ist, oder verbleibt im Material – unter Umständen, etwa bei einem Kern aus Styropor und Ton als Gussmaterial kann der Kern später beim Brennen ausgegast werden.
Kern/Kernzug

Kernzüge sind dafür da, Teile mit komplizierten Geometrien ohne größere Probleme fertigen zu können. Mit Kernzügen können Hinterschneidungen im Werkzeug entformt werden. Kernzüge werden in den meisten Fällen über Hydraulik betrieben. Es gibt auch Sonderfälle, wo Schieber und dergleichen über Pneumatik betrieben werden.

Kugelfalltest

Der Kugelfalltest ist ein genormter Fallversuch zur Einstufung von VSG-Scheiben, bei dem eine Stahlkugel aus verschiedenen Höhen auf die Verglasung fallengelassen wird.

Kühlzeit

Als Kühlzeit wird die Zeitdifferenz zwischen Einspritzende und Werkzeugsöffnung bezeichnet. Die Kühlzeit hat großen Einfluss auf den Verzugsgrad, Maßgenauigkeit und Entformungsverhalten.

Lignin

Lingnin ist ein organischer Stoff, der in die pflanzliche Zellwand eingelagert wird und dadurch die Verholzung der Zelle bewirkt . Lignin findet als Extrakt in der Holzpellets sowie Papierherstellung Verwendung.

LOI

Der Limiting Oxygen Index ist ein Maß für das Brennverhalten von Stoffen.

Masseanhäufungen

Masseanhäufungen führen zu Verzug bei entformten Bauteilen. Der Grund dafür ist das ungleichmäßige Abkühlen, woraus unterschiedlich große Schwindungen am Bauteil entstehen.

Masterbatch

Unter dem Begriff Masterbatch bzw. Farbgranulat versteht man Kunststoffadditive in Form von Granulaten mit Gehalten an Farbmitteln oder Additiven, die höher sind als in der Endanwendung. Sie werden dem natürlichen Kunststoff (Rohpolymer) zum Einfärben oder zur Veränderung der Eigenschaften beigemischt. Masterbatches erhöhen dabei im Vergleich zu Pasten, Pulver oder flüssigen Zusatzstoffen die Prozesssicherheit und sind sehr gut zu verarbeiten. Generell unterscheidet man drei Gruppen von Masterbatches. Zum Einen die Farb-Masterbatches die zum Einfärben von Kunststofferzeugnissen dienen, zum Anderen Additiv-Masterbatches die für bestimmte Eigenschaften der Endprodukte sorgen wie zum Beispiel UV-Stabilisierung, Flammschutz, Antistatik oder Antiblock sowie Kombinations-Masterbatches die sowohl Farbstoffe als auch Additive enthalten.

MFR/MVR

Die Schmelze-Massefließrate(Melt Flow Rate) und Schmelze-Volumenfließrate(Melt Volume Rate) dienen zur Charakterisierung des Fließverhaltens eines Thermoplasten bei bestimmten Druck und Temperaturbedingungen.

Naturfarben

Naturfarben ist eine Sammelbezeichnung für sehr helle Brauntöne, also etwa Hellgelbgrau, Graubraun, Braungrüngrau und ähnliches. Unter den vielfältigen Bezeichnungen diverser Farbnuancen sind Beige, Creme,Elfenbein, Ecru, Falbfarben, Holzfarben, Isabellfarbe, Sandfarben, Semmelbraun und Teigfarben zu nennen.

Naturkunststoff
Der Begriff „Naturkunststoff“ bei Polymeren wird meist dann verwendet, wenn man von reinen Polymeren spricht, die in ihrer Konzentration nur aus einem Polymer bestehen. Reine Polymere sind häufig bereits an Ihrem typischen Erscheinungsbild zu erkennen. Beispiele hierfür wären; PP-Natur(Polypropylen) welcher weißlich, durchscheinend ist oder PA-Natur(Polyamid), diesen erkennt man an einer weißlich, gelben Farbgebung.
Nest

Auch Formnest genannt ist das Synonym für Kavität.

NFK/NFC

Naturfaserverstärkter Kunststoff, kurz NFK (engl. NFC für Natural Fibre Compound), ist ein Faser-Kunststoff-Verbund aus einem Kunststoff (z. B. Polyesterharz, Epoxidharz oder Polyamid) und Naturfasern. Er wird sowohl als langfaserverstärkter als auch als kurzfaserverstärkter Kunststoff eingesetzt. Naturfaserverstärkte Kunststoffe erhalten über die eingearbeiteten Naturfasern eine Stabilität, die ohne sie nicht möglich wäre. Der Hauptanwendungsbereich liegt im Fahrzeugbau, vor allem in der Konstruktion von Verkleidungsbauteilen im Fahrzeuginneren.

Oberflächen von spritzgegossenen Kunststoffteilen
Oberflächen von spritzgegossenen Kunststoffteilen können sich stark unterscheiden. Sie können spiegelpoliert sein, technisch strich-poliert (matte, saubere Oberfläche) oder Narbungen aufweisen. Die Narbungen können durch den Erodierprozeß bei der Werkzeugerstellung gezielt erstellt werden oder durch Photo-Ätzen oder auch durch einen Strahlprozeß erzeugt werden. Narbungen und Rauigkeiten, die durch den Erodierprozeß entstehen, werden durch Referenzmuster gemäß VDI 3400 definiert. Oberflächenrauigkeit und Formteilgeometrie müssen aufeinander abgestimmt werden, um ein sauberes, kratzerfreies Entformen zu ermöglichen.
Oekobilanz

Unter einer Ökobilanz versteht man eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges. Dazu gehören sämtliche Umweltwirkungen während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung des Produktes, sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse (z. B. Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Zu den Umweltwirkungen zählt man sämtliche umweltrelevanten Entnahmen aus der Umwelt (z. B. Erze, Rohöl) sowie die Emissionen in die Umwelt (z. B. Abfälle, Kohlendioxidemissionen).

PHB/PHA

Polyhydroxyalkanoate (PHA; Polyhydroxyfettsäuren) sind natürlich vorkommende wasserunlösliche und lineare Polyester, die von vielen Bakterien als Reservestoffe für Kohlenstoff und Energie gebildet werden. In der Natur werden sie durch Gärung von Zucker oder Fetten hergestellt. Diese Biopolymere sind biologisch abbaubar und werden zur Herstellung von Biokunststoffen verwendet.

PLA

Polylactide, die auch Polymilchsäuren (kurz PLA, vom englischen Wort polylactic acid) genannt werden, sind durch Wärmezufuhr verformbare Kunststoffe. Sie sind aus vielen, chemisch aneinander gebundenen Milchsäuremoleküle aufgebaut, gehören also zu den Polymeren.

Polieren

Polieren ist ein glättendes Feinbearbeitungsverfahren für verschiedenste Materialien. Bei dieser Art des Schleifens kommt es in der Praxis meist zu folgenden Polierarten: Strichpolieren, technisch polieren, Strömungsschleifen

Primär-Energiebedarf

Der Primärenergiebedarf ist der Endenergiebedarf durch Hinzurechnen der vorgelagerten Prozessketten, wie Gewinnung, Transport, Umwandlungsverluste. Zur Ermittlung des Primärenergiebedarfes wird der entsprechende Endenergiebedarf unter Berücksichtigung der beteiligten Energieträger mit einem Primärenergiefaktor multipliziert. Diese Primärenergiefaktoren werden in der Energieeinsparverordnung festgelegt. (Heizöl 1,1 / Erdgas, Flüssiggas 1,1 / Steinkohle, Braunkohle 1,1 / Holz 0,2 / Strom 3,0) Der Primärenergiebedarf kann als Beurteilungsgröße für ökologische Kriterien, wie z.B. CO2-Emission, herangezogen werden, da der gesamte Energieaufwand und nicht nur der innerhalb des Gebäudes benötigte Energieaufwand mit einbezogen wird.

Prototyp

Ein Prototyp ist ein vereinfachtes Versuchsmodell eines geplanten Produktes oder Bauteils. Es kann dabei nur rein äußerlich oder auch technisch dem Endprodukt entsprechen. Ein Prototyp dient oft als Vorbereitung einer Serienproduktion, kann aber auch als Einzelstück geplant sein, das nur ein bestimmtes Konzept illustrieren soll. Es gibt mehrere Verfahren um Prototypen herzustellen, da zu zählen u.a.: Lasersintern (SLS): ist ein Verfahren, um räumliche Strukturen durch Sintern aus einem pulverförmigen Ausgangsstoff herzustellen. Urformen: Meist werden Negativ-Abgüsse aus Gips hergestellt die dann mit einem flüssigen Metall ausgefüllt werden und so später den Prototypen bilden.

PVA

Polyvinylacetat ist ein thermoplastischer Kunststoff. Die Synthese des Polymers aus der Gruppe der Polyvinylester erfolgt mittels radikalischer Polymerisation. Neben dem reinen Homopolymeren haben auch viele Co- und Terpolymere des Vinylacetats große technische Bedeutung. Anwendung findet er in der als Bindemittel in Lacken,in der Papierherstellung und -beschichtung, Textilimprägnierung, Teppichrückseitenbeschichtung oder Modifizierung von Putz und Beton. Daneben ist es oft Bestandteil von Kaugummimassen und wird zur Beschichtung von Käse oder Wurst eingesetzt.

RAL

Die RAL-Farbsysteme sind Normungen des RAL-Instituts für Farben. Bekannt ist vor allem die heute „RAL CLASSIC“ genannte Farbreihe mit vierstelligen Farbnummern, die seit 1927 besteht und heute 210 Farben umfasst. Die RAL-Fensternorm ist vielen Bauherren ein Begriff und bedeutet sehr vereinfacht, dass Fugenausbildungen auf der Innenseite (also raumseitig) dichter sein müssen als außen. Dies muss auch über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden. Das heißt, die Fensterabdichtung muss auch eventuelle Bewegungen zwischen Fenster und Wand, die durch Dehnung, Wärmespannungen, Erschütterungen oder Wind auftreten können, dauerhaft aufnehmen

Recycling

Mit Recycling wird der Vorgang bezeichnet, bei dem aus Abfall ein Sekundärrohstoff wird. Die rechtlichen Vorgaben sind in Deutschland im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz niedergelegt. Ein möglicher Nachteil von beispielsweise Kunststoff, Glas oder Stahl ist, dass das Material nicht mehr die ursprüngliche Qualität bzw. Verarbeitbarkeit erreicht wie bei der Primärherstellung vor dem Recyclingprozess. Diese Abwertung wird auch als Downcycling bezeichnet.

Rezepturentwicklung

Unter Rezepturentwicklung versteht man die empirische Ermittlung der besten Verhältnisse von Zutaten um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.In der Kunststoffindustrie bedeutet dies, ein Rezeptur zu entwickeln die den Kunststoff zum Beispiel mit den besten mechanischen Eigenschaften ausstattet.

Schieber/Schrägschieber/Schrägauswerfer

Neben ganz gewöhnlichen Ausstoßern oder Abstreifern werden Schieber oder Schrägausstoßer verwendet. Eine besondere Schwierigkeit ist das Entformen von dreidimensionale Formen, die wegen ihrer Gestaltung kein einfaches Herauslösen in eine Richtung ermöglichen. Schieber dienen dazu, Partien zu entformen, die nicht in normaler Entformungsrichtung entformt werden können. Das heißt, dass das gespritzte oder gegossene Teil nicht durch das alleinige Öffnen der Form in der so genannten Trennebene entformt werden kann. Diese Partien nennt man Hinterschnitte.

Schlagzähigkeit

Die Schlagzähigkeit ist ein Maß für die Fähigkeit des Werkstoffes, Stoßenergie und Schlagenergie zu absorbieren, ohne zu brechen. Dabei bestimmen eine Vielzahl an Faktoren die Schlagfestigkeit eines Bauteils: Wandstärke Form und Größe des Bauteils Temperaturen und Stoßgeschwindigkeit Gemessen wird die Schlagzähigkeit mit Hilfe eines Schlaghammers. Die Schlagzähigkeit wird berechnet als das Verhältnis aus Schlagarbeit und Probekörperquerschnitt (Maßeinheit kJ/m2).

Schlauchbeutel

Bei Schlauchbeuteln handelt es sich um Vakuumverpackungen für meist sterilisierte Stoffe. Als Material kommen meist PE/PA zum Einsatz, eventuell beschichtet mit Aluminium um ein Austauch mit Luftsauerstoff zu verhindern.

Schließkraft

Die Schließkraft bezeichnet im Maschinenbau die Summe aller Kräfte bei Pressen, die die Säulen (Holme) nach vollzogenem Schließvorgang auf Zug beanspruchen. Die Schließkraft ist dann auch die Kraft, die die Werkzeughälften aneinanderpresst. Bei Spritzgießmaschinen ist die Schließkraft eine wichtige Kenngröße in der internationalen Größenangabe. Sie gibt an: 1. mit der ersten Zahl die maximale Schließkraft in kN und 2. mit der zweiten Zahl das Arbeitsvermögen der Spritzeinheit. Beispielsweise hat eine Spritzgießmaschine der internationalen Größe 500-210 eine maximale Schließkraft von 500 kN.

Schmelzepumpe

Eine Schmelzepumpe dient zur konstanten, pulsationsfreien Förderung der Schmelze in Extrusionsanlagen. Bei optisch anspruchsvollen Anwendungen wie PC-Platten ist eine Schmelzepumpe von Nöten um Druckschwankungen bei der Extrusionsdüse auszugleichen um qualitativ hochwertige Teile zu erzeugen.

Schnecke/Schneckenauslegung

Im Produktionsprozess wird Kunststoffgranulat in einer Schnecke gefördert, verdichtet und zu flüssigem Kunststoff aufgeschmolzen. Diese Rohmasse wird anschließend in einen Formhohlraum eingespritzt und abgekühlt. Fertig ist das Produkt. In seiner Diplomarbeit für die Fa. Engel hat sich Markus Schmied dem Thema Schneckenauslegung durch Modellübertragung gewidmet. Je nach Größe des Formteils muss ein entsprechender Schneckendurchmesser gewählt werden. Diese Schnecke muss anschließend in einem zeitaufwändigen Prozess optimiert werden. Dabei werden die Geometrie der Schnecke, die Steigung und die Schneckenkanaltiefe genau bestimmt. Bei Verwendung eines anderen Kunststoffrohstoffes ist oft eine neue Schneckenauslegung erforderlich, was einen sehr hohen Aufwand darstellt.

Schrägschieber/Schrägauswerfer
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Schußgewicht

Thermoplastischer Kunststoff wird über sog. Angusskanäle in eine Form gespritzt. Ist der gerade noch flüssige Kunststoff erkaltet und hart, wird das entstandene Bauteil entformt. Dabei fallen auch die mit gespritzten Angusskanäle heraus. Die Angusskanäle sind nicht Bestandteil des Produkts, sind zu dessen Herstellung aber unverzichtbar. Ein Angusskanal wiegt z.B. 2 Gramm, das Produkt wiegt z.B. 30 Gramm. Das Einsatzgewicht ist 32 Gramm. Der Anguss kann hier unter Umständen rezykliert und wieder verwendet werden.

Schwindung/Schrumpf

Beim Erkalten oder Aushärten im Formwerkzeug schwinden Kunststoffe, das heißt sie ziehen ziehen sich zusammen und verringern ihr Volumen. Das Ausmaß des Schwundes hängt vom Werkstoff ab. Kristalline und teilkristalline Thermoplaste schwinden mehr als amorphe Thermoplaste. Verstärkte Kunststoffe schwinden weniger als unverstärkte Kunststoffe. Bei faserverstärkten Kunststoffen hängt die Schwindung von der Faserausrichtung ab. Auch die Wandstärke des Formteils und Verarbeitungsbedingungen beeinflussen das Schwundverhalten von Kunststoffen. Die Schwindungsdaten des Kunststoffes müssen bei der Verarbeitung berücksichtigt werden.

Senkerodieren

Das Senkerodieren ist ein Verfahren des Funkenerodierens. Durch eine Elektrode werden Funken auf dem zu bearbeitendem Werkstück erzeugt. Die Elektrode hat die negative Form der zu schaffenden Werkstückoberfläche. Damit lassen sich auch so genannte Sacklöcher erzeugen, bzw. wenn beim Drahterodieren nicht am Rand gestartet werden kann, so kann man mit Hilfe des Senkerodierens eine Startbohrung schaffen. Wird das Werkzeug in xy-Richtung geführt, können Bahnen realisiert oder Hinterschnitte ausgeführt werden.

Shore-Härte (A, D)

Die Shorehärte dient der Definition der verschiedenen Härten von Materialien. Zur Messung ragt aus einer Auflagefläche unter Federdruck ein Stahlstift mit festgelegtem Durchmesser, auf den der Kunststoff aufgedrückt wird. Der Federweg beim Zusammendrücken ergibt den Wert der Shorehärte. Die A-Skala ist für weiche (gummiartige) Werkstoffe, die D-Skala für härtere Werkstoffe vorgesehen.

Spritzguß
Der Spritzguss ist ein Urformverfahren, welches hauptsächlich in der Kunststoffverarbeitung eingesetzt wird. Mit diesem Verfahren lassen sich wirtschaftlich direkt verwendbare Formteile in großer Stückzahl herstellen. Dazu wird mit einer Spritzgießmaschine der jeweilige Werkstoff, meist ein Kunststoff, in einer Spritzeinheit plastifiziert und in eine Form, das sogenannte Spritzgießwerkzeug eingespritzt. Der Hohlraum, die Kavität, des Werkzeugs bestimmt die Form und die Oberflächenstruktur des fertigen Teils. Es sind heute Teile von wenigen Zehntel Gramm bis in den zweistelligen Kilogramm-Bereich herstellbar. Mit dem Spritzgießen lassen sich Gegenstände mit hoher Genauigkeit, wie zum Beispiel für die Feinwerktechnik, und/oder Massenprodukte in kurzer Zeit herstellen. Dabei kann die Oberfläche des Bauteiles nahezu frei gewählt werden. Glatte Oberflächen für optische Anwendungen, Narbungen für berührungsfreundliche Muster und Gravuren lassen sich herstellen.
Stabilisatoren

Stabilisatoren dienen der Verbesserung der chemischen Eigenschaften. Sie erhöhen die Lebensdauer des Kunststoffes und schützen ihn vor schädigenden Einflüssen (Oxidation, Strahlung und Wärme bzw. Feuer) in seinem Einsatzgebiet. Durch Reaktion mit Luftsauerstoff kann sich der Kunststoff verfärben, und die Polymerketten können sich zersetzen oder neu vernetzen. Dies verhindert man durch Zugabe von Antioxidantien Lichtschutzmittel schützen gegen eine Schädigung durch ultraviolettes Licht.

Stahl (1.2316)

Bei diesem Stahl handelt es sich um einen korrosionsbeständigen Werkzeugstahl für hohe Korrosionsbeansprachung. Dieser Stahl wird bei der Spritzgießwerkzeugherstellung verwendet.

Stolpern

Stolpern ist Fallen bedingt durch ein Hindernis

Tackifier

Tackifier sind Klebrigmacher, die die Adhäsionsfähigkeit und insbesondere das Anfassvermögen des Kunststoffes/Klebstoffes erhöhen.

Thermische Sensibilität/Degradation

siehe Degradation

Toleranzen

Eine Toleranz das Ausmaß der zulässigen Abweichung einer Größe vom Normzustand oder Normmaß, das die Funktion eines Systems eben noch nicht gefährdet.

TPE

Thermoplastische Elastomere (Kurzzeichen TPE) sind Kunststoffe, die sich bei Raumtemperatur vergleichbar den klassischen Elastomeren verhalten, sich jedoch unter Wärmezufuhr plastisch verformen lassen, und somit ein thermoplastisches Verhalten zeigen. Diese Kunststoffe können sich bei Zug- und Druckbelastung elastisch verformen, finden aber danach wieder in ihre ursprüngliche, unverformte Gestalt zurück.

Treibmittel

Treibmittel werden zur Herstellung von Schaumstoffen verwendet. Dem Kunststoffgranulat wird ein Treibmittel, meist in Form eines so genannten Masterbatchgranulates, zugegeben. Durch Wärmezufuhr spaltet sich ein flüchtiger Bestandteil des Treibmittels ab, was zum Aufschäumen der Schmelze führt.

Trennung

Um einen Qualitätsverlust und schlechtere mechanische Eigenschaften durch Vermischung zu vermeiden, müssen Kunststoffe bei der erneuten werkstofflichen Verwertung getrennt werden.

Trocknung

Unter Trocknung versteht man den Entzug von Wasser aus einem Material. In der Kunststoffindustrie ist ein getrocknetes Granulat vor der Verarbeitung ausschlaggebend für ein qualitativ gutes Endprodukt

Tuschieren

Beim Tuschieren wird eine Prüffläche oder einen Kegel mit Farbe (Tuschierfarbe) dünn eingerieben und mit einer zu prüfenden Fläche in Berührung gebracht. Die an den Berührungspunkten entstehenden Farbmarkierungen geben ein Bild von der Ebenheit der geprüften Fläche.

UL (94 V1, V2, HB)

Die UL94 beschreibt ein Verfahren zur Beurteilung und Klassifizierung der Brennbarkeit von Kunststoffen Die Tests werden mit offener Flamme (Bunsenbrenner) durchgeführt. Die Zündquelle weist je nach angestrebter Klassifizierung eine Leistung von 50 Watt (20 mm hohe Flamme) oder 500 Watt auf. Sie wirkt bei der HB-Prüfung 30 s oder dem Erreichen des Startmarke, bei der V-Prüfung zweimal 10 s und bei der 5V-Prüfung fünfmal 5 s auf den Probekörper ein und wird anschließend wieder entfernt. Dabei werden die Brennzeit und bei den V-Prüfungen auch das Abfallen brennender Teile mit Hilfe eines Wattebausches bewertet, welcher unter dem Probekörper angeordnet ist. Die Klassifizierung erfolgt für die geprüfte Probekörperdicke in die Stufen HB (Horizontalbrennprüfung) sowie V-0, V-1, V-2, 5VA und 5VB (Vertikalbrennprüfung). Diese stehen – geordnet nach der Höhe der Anforderung – im Einzelnen für:
HB: langsames Brennen einer horizontal eingespannten Probe (Dicke <3 mm; HB75: Rate <75 mm/min; HB40: <40 mm/min; HB: Selbstverlöschen). V-2 Verlöschen einer vertikal eingespannten Probe innerhalb von 30 Sekunden. V-1: wie V-2, jedoch kein brennendes Abtropfen von Kunststoffschmelze zulässig. V-0: wie V-1, jedoch Verlöschen der Flamme innerhalb von 10 Sekunden.

Ultraschall-Schweissen

Das Ultraschallschweißen ist ein Verfahren zum Fügen von Kunststoffen. Bei Thermoplast muss an der Schweißstelle das Material durch Zuführen von Wärme aufgeschmolzen oder zumindest erweicht werden. Das wird durch eine hochfrequente mechanische Schwingung erreicht. Die Schwingungen werden unter Druck auf das Werkstück übertragen, wobei durch Molekular- und Grenzflächenreibung die zum Plastifizieren notwendige Wärme erzeugt wird. Durch die örtliche Temperatur beginnt der Kunststoff zu erweichen. Das Verfahren ist durch sehr geringe Schweißzeiten und hohe Wirtschaftlichkeit gekennzeichnet.

Vernetzung

Makromoleküle lassen sich dreidimensional vernetzen. Durch die Vernetzung verbessert sich die Temperaturbeständigkeit des Materials. Außerdem erhöhen sich die Schlagzähigkeit und die Spannungsrissbeständigkeit. Die Vernetzung erfolgt während der Verarbeitung oder im Anschluss daran. Es gibt verschiedene Vernetzungsverfahren wie z.B.: Peroxid-Vernetzung : Vernetzung geschieht durch chemische Aktivatoren Strahlen-Vernetzung : Vernetzung geschieht physikalisch durch Beta- und Gammastrahlen

Verstärkungsstoff

Durch die Zugabe von Verstärkunsstoffen wird das Grundpolymer hinsichtlich seiner mechanischen Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Bruchdehnung und Schlagzähigkeit positiv verändert. Beispiele sind Kohle-, Glasfaser oder Naturfasern.

Werkzeug

Ein Werkzeug ist im Spritzguss ein Werkzeug aus mehreren Baugruppen und verschiedenen Einzelteilen, vorwiegend aus Stahl, das zur Herstellung großer Stückzahlen von Kunststoffteilen dient.

WPC

Wood-Plastic-Composites (WPC) sind thermoplastisch verarbeitbare Verbundwerkstoffe, die aus unterschiedlichen Anteilen von Holz, Kunststoffen und Additiven bestehen, und durch thermoplastische Formgebungsverfahren, wie z.B. Extrusion, Spritzguss oder Presstechniken, verarbeitet werden.

Zellulose

Die Zellulose ist der Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden (Massenanteil 50 %) und damit die häufigste organische Verbindung der Erde. Zellulose-Acetat ist ein thermoplastischer Kunststoff, der aus Natur-Zellulose in einer Reaktion mit Essigsäure gewonnen wird. Cellulosenitrat wird in der chemischen Industrie durch Umsetzung von Cellulose mit Nitriersäure hergestellt. Es wird als Kunstseide verwendet oder nach einer Weiterverarbeitung als Zelluloid gebraucht. Eine andere Weiterverarbeitungsmöglichkeit von Zellulose sind Viskose-Fasern, welche hauptsächlich als Reifencord in der Reifenindustrie eingesetzt werden.


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